Ende einer Stadtverschickung

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Meine Zeit in Krakau ist nun vorbei. Es waren wunderbare zwei Monate. In erster Linie war ich zum Schreiben dort, doch kann man sich in einer Stadt wie Krakau nicht in seinem Zimmerchen verkriechen (selbst wenn es so herrlich liegt wie in der Villa Decius bzw. im Haus dahinter), eine Stadt wie Krakau will auch erlebt werden und das auf vielen Ebenen. Continue reading

Krakaus Neue Welt

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Hier winkt der Heiland noch persönlich.

Krakau ist eine wunderbare Stadt, aber auch recht übersichtlich. Das touristische Interesse konzentriert sich auf die Altstadt rund um den Rynek Główny und auf Kazimierz, das jüdische Viertel. Hier muss man ständig Pferdekutschen und Segways ausweichen, dort kann man sich überlegen, mit welcher Reisegruppe man mitläuft, will man von A nach B. Immerhin sind die Wege nie lang. Continue reading

Gras über Narben der Geschichte

Hier wohnte Amon Göth
Hier wohnte Amon Göth

Das Haus von Amon Göth wird derzeit grundsaniert. Es ist auch in einem äußerst schlechten Zustand. Dem Dach fehlen sämtliche Balken, einigen Fenstern die Scheiben. Man könnte meinen, der Abriss stünde kurz bevor, doch der neue Eigentümer plant den Umbau zu einem Mehrfamilienhaus. Bald werden wieder Menschen in der Villa eines Massenmörders wohnen. Wie sich das wohl anfühlt?

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Polnisch essen 4: Kasza gryczana

Kascha heißt Brei und wird vor allem in Russland und der Ukraine verzehrt, aber auch das polnische Getreideregal ist lang in den Supermärkten. Kasza gryczana ist Buchweizengrütze und wird gerne als Beilage gereicht. Dabei kann sie viel mehr. Eine ähnliche Renaissance haben ja in Deutschland die Perlgraupen erfahren, seitdem bekannt ist, dass man sie gar nicht todkochen muss, sondern wie Risotto zubereiten kann. Continue reading

Polnisch essen 3: Obwarzanki

Obwarzanki isst man aus der Tüte.
Obwarzanki isst man aus der Tüte.

In der Krakauer Innenstadt steht an jeder Ecke ein kleines blaues Wägelchen, an dem eine in der Regel ältere Verkäuferin oder auch ein Verkäufer Obwarzanki feilbieten. Diese ringförmige Gebäckspezialität zeichnet sich durch seine geflochtene Form aus. Vor dem Backen wurde das Hefeteigprodukt in Salzwasser blanchiert und anschließend mit groben Salz oder irgendwelchen Körnern bestreut. Continue reading

Der Papst und die Nonne

Das Centrum Jana Pawla II. in Łagiewniki
Das Centrum Jana Pawla II. in Łagiewniki

Die Piccolomini-Bibliothek im Dom von Siena ist mit Fresken ausgemalt, die das Leben von Papst Pius II. nacherzählen. Der hat im 15. Jahrhundert gelebt und gilt als bedeutend. Das gleiche kann man von Kirche und Fresken sagen. Heiliggesprochen wurde Pius II. nicht. Das hat ihm ein anderer Papst deutlich voraus, obwohl der 515 Jahre jünger war. Continue reading

Kommunikationsverweigerer aus Tradition

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Der lange Weg in die Einsamkeit

Nicht weit  von da, wo ich derzeit wohne, allerdings hinter den vom Stadtwald Las Wolski bewachsenen Berg, steht das Kloster der Kamaldulenser, einem katholischen Eremitenorden. In weltweit neun Klöstern wohnen etwa 120 Mönche, die nur an fünf Tagen des Jahres miteinander sprechen. Dabei sind sie sehr gastfreundlich. Ihre Tür öffnen sie alle halbe Stunde, auf dass Interessierte ihre riesige Kirche besichtigen können. Frauen dürfen jedoch lediglich an zwölf Tagen hinein. Das würde die Herren ansonsten emotional überfordern. Immerhin ist das mehr als doppelt so oft wie sie reden dürfen. Continue reading