Herbert Wehners Badewasser

Träume ich etwa prophetisch? Neulich die Mubaraks bei meinen Eltern, und lange davor der Traum, in dem ich zu Besuch bei Hans-Dietrich Genscher war. Der Ex-Außenminister war ausgeraubt worden, es fehlten Geld sowie diverse Erinnerungsstücke, die insgesamt so absurd waren, daß ich sie nicht mehr zusammenkriege. Gut erinnere ich mich noch genau an ein Einmachglas – war es jetzt gestohlen oder noch da? Ich weiß es nicht – wohl weiß ich aber, was sich in ihm befunden hat: das Badewasser von Herbert Wehner. Nach dem Aufwachen lag ich einen halben Tag lang ehrfürchtig erstarrt in meinem Bett. Und heute lese ich bei der BZ, Diebe hätten aus Genschers Haus in Bonn diverse Erinnerungstücke geraubt. Von Wehners Wasser ist da zwar nicht die Rede, was aber sicherlich politische Gründe hat.

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Mubarak

Wo’s ja gerade in Ägypten so abgeht, muß ich mal ein Geständnis machen. Ich habe neulich, also noch im letzten Jahr, von Mubarak geträumt. Und das ging so: Ich war zu Besuch bei meinen Eltern, die mir erklärten, Mubarak und sein Sohn seien auf der Terrasse. Und tatsächlich: Draußen tanzten zwei Männer ihre Hemden schwenkend mit nackten Oberkörpern um den Tisch herum. Der ältere war etwas fülliger und der andere sah aus wie dieser Schönling aus diesem Bohlencasting (wie hieß der gleich? Fadi Äh-Malouf oder so). Mehr weiß ich nicht mehr, aber ich ahne, wo Mubarak klingeln wird, wenn er dann demnächst abtritt. Vielleicht baut er meinen Eltern ja zum Dank für die Aufnahme ‘ne Pyramide in den Garten.

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Inneres Frösteln

Auch wenn die Sonne scheint – mich fröstelt’s. Ich drehe die Heizung auf Anschlag und bibbere dennoch. Ich höre Nachrichten und wundere mich. Ich durchstreife die weltweite Virtualität und fürchte mich. Ich lese Botschaften aus Licht und ärgere mich. Da werden Steuererleichterungen verkündet, während vorm Bundesverfassungsgericht diskutiert wird, wie viel Geld ein Mensch braucht, um am sozialen Leben teilnehmen zu können. Ein Parteichef, der sein Glück immer noch nicht zu fassen scheint, freut sich, verkünden zu dürfen, daß die sogenannte Schonvermögen erhöht werden. Weiterlesen

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Aux Armes et Cætera

Tapferkeit und soldatische Ehre sind mir ziemlich fremd. Trotzdem beeindruckt mich die Konsequenz mancher Kriegshelden. Nehmen wir Michel Ney, Marschall unter Napoleon, der ihn le „brave des braves“, also den Tapfersten der Tapferen genannt haben soll. Für den kämpfte er bis zum Schluß. In der Schlacht bei Waterloo sollen ihm fünf Pferde unterm Arsch weggeschossen worden sein, zuletzt habe er zu Fuß gekämpft, in der Hoffnung, die Niederlage noch abzuwenden. Danach lehnte er ab, aus Frankreich zu fliehen und wurde wegen Hochverrat zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 7. Dezember 1815 vollstreckt, doch das Kommando dazu soll er selbst gegeben haben. Wikipedia überliefert folgende Worte: „Soldaten, wenn ich den Feuerbefehl gebe, schießt auf mein Herz. Wartet auf den Befehl. Es wird der Letzte sein, den ich euch gebe. Ich protestiere gegen meine Verurteilung. Ich habe in hundert Schlachten für Frankreich gekämpft, aber nicht eine gegen es […] Soldaten schießt!“
Und – zur Feier des Tages – jetzt alle: Aux Armes et Cætera.

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Mit links

Hurra! Deutschlands Großpoet Durs Grünbein hat vorm Fernseher Obama beim Unterschreiben zugeschaut und dabei bemerkt, daß „dieser Mensch Linkshänder ist“. Und jetzt hofft Grünbein, „dass mit ihm der erste Dialektiker der amerikanischen Geschichte ins Weiße Haus einzieht“. Doch nicht, weil dieser Mensch Linkshänder ist, oder? Wo doch zumindest James A. Garfield, Herbert Hoover, Harry Truman, Gerald Ford, Ronald Reagan, George Bush d. Ä. und Bill Clinton auch mit links unterschreiben bzw. unterschrieben haben. Al Gore und John McCain übrigens auch.

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Nacht und Nebel

Passend zum siebzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht hat sich eine Neuköllner Kunstinitiative den knackigen Nazi-Slogan »Nacht und Nebel« auf die Fahnen geschrieben. Als Sponsoren und Partner treten unter anderem die tageszeitung, der Rheinische Merkur und diverse staatliche Stellen auf, und da frage ich mich schon, wieso da keiner mal was gesagt hat. Wissen die alle nichts mehr vom „Nacht-und-Nebel-Erlaß“ Hitlers? Weiterlesen

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Sommerende

Ein blauer Tag, der Sommer läßt nach, aber nur äußerlich, und vor neunundsechzig Jahren war auch ein blauer Tag, an dem begann der Zweite Weltkrieg, und auf dem diplomatischen Parkett rumort es wieder, denn der Osten spielt mit den Muskeln, während sich der Westen im Fitneßstudio sammelt, ein Hurrikan zieht auf, und Wladimir Putin schießt einen sibirischen Tiger bewußtlos, und wir haben uns gerade auf den Sommer eingerichtet, Weiterlesen

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Kein Barackgebäck in der Backbaracke

Wollte mir vorhin einen Amerikaner kaufen. Im Backshop. Dachte, das muß mal sein. Mal wieder. Und gerade jetzt. Wo wir doch alle Obama sind. Wo es hierzulande sicherlich nicht wenige gibt, die lieber vom amerikanischen Präsidenten regiert werden würden, als von der lahmen Ente aus der Uckermark, aber nur solange, bis Uncle Sam dann Leute einsammelt, um den nächsten Krisenherd auszuräuchern. Ich tippe auf Alaska, denn von da aus kann man – wie wir dank Gouvernante Palin Palin wissen – bis nach Rußland gucken. Weiterlesen

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