Totentanz

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Die Fähre fährt schon lange nicht mehr. Böse Zungen behauptet, dies habe Wewelsfleths damals prominentester Bewohner, der Großschriftsteller Günter Grass veranlaßt, als er hörte, daß der Dichter Helmut Heißenbüttel in den Ort auf der anderen Seite der Stör ziehen wollte. Er habe sogar mit einem Willy Brandt-Satz gedroht. Continue reading

Heißenbüttels Grab

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Das letzte Wohnhaus des Dichters Helmut Heißenbüttels habe ich hier ja schon gezeigt, doch sein Grab hatten wir damals auf dem benachbarten Friedhof nicht gefunden. Es befindet sich gleich neben dem Haus, ist aber leicht zu übersehen. Eine von Pflanzen eingerahmte Rasenfläche. An deren äußersten Rand sind helle Steine eingelassen, die sich beim genauen Hinsehen als Buchstaben erweisen. Eingelassen in die Erde steht dort Buchstabe für Buchstabe der Name des Verstorbenen:

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Und unten links zeigt ein Stein sein Lebensdaten an. Beeindruckend. Die erste Grabstätte, die mir wirklich gefällt. Sie hat so etwas Demütiges, Bescheidenes. So könnt Ihr mich auch mal bestatten, später.

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Nachtrag 2015

Am 7. Juni 2013 ist Ida Heißenbüttel gestorben. Sie wurde neben Helmut bestattet, weshalb das Grab inzwischen so aussieht:

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Helmut Heissenbüttel

heissenbuettelklingelHeute mal auf der anderen Seite der Stör gewesen. Früher gab’s mal ‚ne direkte Fährverbindung zwischen Wewelsfleth und Borsfleth, die haben sie aber eingestellt, als in den siebziger Jahren das Störsperrwerk, die Brücke an der Flußmündung, gebaut wurde. In Borsfleth steht direkt neben der Kirche ein niedliches altes Haus, an dem eine Tafel angebracht worden ist: Hier hat von 1981 bis 1996 Helmut Heißenbüttel gewohnt. Wahnsinn, Helmut Heißenbüttel!

Gleich um die Ecke von Günter Grass ist er gezogen, aber erst als die Fähre nicht mehr fuhr. Obwohl beide in der gleichen Gruppe waren, hätten sie sich wohl eher wenig zu sagen gehabt. Grass ist ja dann auch 1985 weg aus Wewelsfleth.