Im Grunewald, im Grunewald …

Holzauktion war gestern. Wer heutzutage durch den Grunewald spaziert, stößt unverhofft auf Wald. Berlin. Klima. – Die Ausstellung im Wald, einen etwa vier Kilometer langen Rundweg, wo Städter*innen der Wald erklärt wird, falls man diesen vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Auf elf aufwändigen Holzinstallationen, Stegen, Treppen und Aussichtsplattformen wird die Wichtigkeit der Natur fürs menschliche Überleben erläutert. Das ist interessant wie bizarr. So erfährt man, was »Bäume wohl alles aus ihrem Leben erzählen können, wenn sie eine Stimme hätten«. Dazu muss eine Kurbel gedreht werden, um einem von Britta Steffenhagen, Joachim Król und Florian Lukas eingesprochenes Gespräch zwischen Birke, Eiche und Kiefer lauschen zu können (»Noch so ’n Spruch: Kiefernbruch!«). Dies kann man auch außerhalb des Waldes hören (oben verlinkt), zumal die »Soundsäule« im Winter abgebaut wird.

Wenige Meter weiter entsprudelt frisches Trinkwasser drei aus dem Waldboden ragenden postmodern abgeknickten Stahlröhren.

Daneben steht ein typischer Getränkeautomat mit leeren Bügelverschlussflaschen, die man für zwei Euro bekommen kann, inklusive der Gravur Berliner Waldquell. Das einen Geruchsabstand davon entfernte Waldklo ist hingegen so bio, dass es ohne Frischwasser auskommen muss.

Und so geht es immer weiter. Zwar wird zwischendurch auch mal ein ehemaliges Moor gezeigt und erklärt sowie der Pechsee, aber ohne übertriebene Holzkonstruktionen ging es wohl nicht.

An einer Stelle im Wald sind dutzende Baumstämme blau angemalt, natürlich biologisch voll korrekt, um darzustellen, wie viel »Waldfläche/Bäume ein durchschnittlicher Berliner braucht, um seinen CO2-Verbrauch zu kompensieren«.

Gefördert hat das Ganze neben den Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Wer indes die launigen Texte geschrieben hat, ist leider nirgends zu erfahren. Manches behält man halt lieber für sich. Und solange die Bäume die Klappe halten, muss die Autorin bzw. der Autor auch nichts befürchten.

Der Haupteingang befindet sich am Grunewaldturm (mit Bushaltestelle). Wer aber einfach so in diesem Waldstück unterwegs ist, stößt auch zwangsläufig auf eine der elf »Informationsinseln«.

Weitere Informationen hier.

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