In Fritz Langs großartigen, aber nur noch Eingeweihten und arte-Zuschauern bekannten letzten Stummfilm Frau im Mond wird eine Rakete zum Mond geschossen. Die Bilder sind eindrucksvoll, einige technische Details sogar bemerkenswert, wäre nur die Geschichte nicht so hanebüchen, aber das haben die Drehbücher, die Thea von Harbou für Fritz Lang geschrieben hat, leider immer an sich: Die Visionen sind stark, doch die Handlung ist Murks, auch wenn sie durchaus spannend ist.
Film & Fernsehen
Six Feet Under
Gestern lief die allerletzte Folge von Six Feet Under, die ich für eines der besseren Erzeugnisse Fernsehschaffender halte. Das, was damals als Comedyreihe über eine Bestatterfamilie angekündigt wurde, hat sich als eine teilweise an Grenzen gehende Familienserie herausgestellt, die sich Zeit für die Entwicklung ihrer Figuren nimmt und immer auch ihre Ängste und Wünsche dokumentiert, so daß sie mit der Komplexität eines Romans durchaus mithalten kann. Weiterlesen
Heimwerkerkino
RTL zeigt Roland Emmerichs Eiszeit-in-48-Stunden-Drama The Day After Tomorrow, in dem nicht nur viel einfriert, sondern zudem so einiges kaputtgeht. Präsentiert wird der Film von Bauhaus („Wenn’s gut werden muß“). Ist das eine neue Form von Suggestivwerbung? Man sieht im Fernsehen Zerstörungen und wird in regelmäßigen Abständen daran erinnert, endlich mal wieder heimzuwerken. Und Wärmedämmstoffe gibt’s beim Baumarkt ja auch. Bei diesem Film hätten sich allerdings noch weitere Werbepartner angeboten, angesichts der zwecks Hitzeerzeugung verbrennenden Bücher wäre sogar Amazon in Frage gekommen, Slogan: Ist Dir Dein altes Buch verbrannt, bestell ein neues beim Versand.