Die Grüßgottonkels des Deutschen Musikfernsehens

Pünktlich zum 8. Mai, dem 75. Tag der Befreiung, werfen die Calimeros aus der Schweiz über deutschen Dörfern Sommer, Sonne, Honolulu ab. So heißt ihre neue CD. Es ist ihr »47. oder 48. Album«. In 37 Jahren Bandbestehen hat man da die Übersicht verloren. Europas angeblich »erfolgreichstes Schlager-Trio«, das sind drei grinsdebile Herren im Partnerlook aus der Alterkleidersammlung mit einem Hüftschwung wie der von Eintänzern beim Tanztee in der Tagesklinik.

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Hier ist Berlin!

Heute vor 50 Jahren ging die ZDF-Hitparade auf Sendung. Bevor ich ihr regelmäßiger und leidenschaftlicher Zuschauer wurde, sollten noch einmal gut zehn Jahre vergehen. Aber heutzutage lässt sich auch längst Vergangenes zurück auf den Bildschirm zaubern. Daher erlaube ich mir eine oberflächliche und doch beispielhafte Betrachtung.

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»They say it’s your birthday«

Heute vor 50 Jahren ist das Weiße Album der Beatles erschienen. Ich habe es erst im Herbst 1987 erstanden. Da war ich 14. Die 17 Jahre, die zwischen dem Datum des Auseinandergehens der Fab Four und meinem Fantum lagen, wirkten auf mich zu dieser Zeit naturgemäß ziemlich lang. Ihre Musik bedeutete mir damals sehr viel. Ich besaß erst seit dem Sommer einen eigenen Plattenspieler. Nach der Compilation The Beatles 1962-1966 war das Weiße Album meine zweite Platte von ihnen, eigentlich passend, hieß sie doch The BEATLES. Nach der Retrospektive die uneingeschränkte Nahaufnahme.

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Das fliegende Fremdenzimmer

Luul_FremdenzimmerMein Freund Lüül  veröffentlicht dieser Tage ein neues Album. Ich durfte es schon hören und bin begeistert. Es ist wohl Lüüls Stimme, die einen unmittelbar für seine Lieder einnimmt, einen aufnimmt. Lüüls sympathisches Timbre, die freundliche Rauheit des Gesangs, die einem Berliner eigene Schnoddrigkeit, gepaart mit polyglotter Weltläufigkeit, umarmen uns wie gute Gastgeber, deren Fremdenzimmer man gerne bezieht.

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How I revolutionized Rock’n’Roll

passion_coverYeah! Mein erster Text in einem Kunstkatalog! Und dann auch noch so’n schöner. Also der Katalog. Der Text halt so’n Text. Immerhin von mir. Und es gibt eine englische Fassung. Die gefällt mir fast besser als die deutsche. Passt auch gut zum Thema. Rock’n’Roll, Alta!

Die Ausstellung ist auch voll der Rock! Geht darin um Fan-Verhalten und Kunst. Im Bethanien. Also nicht, das mal besetzt war (gibt da so’n Lied), sondern im Künstlerhaus Bethanien am Kotti. Sollte man mal hingehen. Der Eintritt ist sogar frei. Continue reading

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Macht nix

Habe mir vorgestern Nirvanas Nevermind gekauft. Die hatte ich bislang nur als Kassette. Dachte, wird mal Zeit, das Werk in meine Sammlung einzureihen. 1992 war ich kurz davor, in Prag eine billige tschechische Pressung zu erwerben. Woran das gescheitert ist, weiß ich nicht mehr. Nevermind ist vor zwanzig Jahren erschienen. Ich weiß noch, wie ich die Platte kurz nach Erscheinen bei einem Freund das erste Mal gehört habe. Damals hieß es, Nirvana wären das nächste große Ding. Ich fand ja Hole besser.

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… ausgelöffelt, abgerockt …

mutabor_dasblaueIch glaube, früher war ich empfänglicher für Musik. Ständig gab es ein Lied, das ich immer wieder hören wollte. Meistens habe ich mir das dazugehörige Album besorgt und zum Knistern gebracht hat. Dieses Früher ist gar nicht mal so lange her. Heute komme ich mit sehr wenig neuer Musik aus. Die Stille hat auch seine Vorteile.

Manchmal bekomme ich CDs geschenkt, oft sogar von denen, die darauf singen. Das freut mich und ich höre die Werke mit Wohlwollen. Glücklicherweise kenne ich fast nur Leute, die wissen, was sie tun.

Und so landete vor einigen Wochen die neue CD von Mutabor in meinem Abspielgerät. Wo sie bis heute geblieben ist. Das Blaue ist ein rundum gelungenes Album. Poppig, doch nicht zu seicht, gut gelaunt, aber nicht schunkelig. Einer der Smashhits unter den zwölf hitverdächtigen Liedern ist Jamma (gibt’s hier als Video anzuschauen). „Ich bin ausgelöffelt, abgerockt, ich bin mies drauf, ich hab überhaupt keinen Bock“, heißt es dort, und es gibt Momente, an denen man das unbedingt mitsingen möchte. Raffiniert daran ist, daß es der Song kein Bißchen schwermütig ist, sondern ziemlich fröhlich macht. So verhält es sich mit der gesamten Platte. „Viva la humanidad“ ruft Axl Makana. Wenn man erkannt hat, daß das System Mensch gescheitert ist, kann man viel besser mit der eigenen Misere umgehen. Und beschwingt zwischen den Ruinen der Realität tanzen. Natürlich zu der Musik von Mutabor.
Mutabor: Das Blaue. Im Vertrieb von Buschfunk. http://mutabornet.de

Übrigens wird Axl Makana am 26. Dezember zusammen mit mir Dichter als Goethe sein.

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Maurenbrecher für alle

Maurenbrecher_fuer_alleManfred Maurenbrecher ist dieses Jahr sechzig geworden, und genau die Hälfte seines Lebens hat er auf Bühnen gestanden. Natürlich nicht andauernd, aber beständig. Es war also höchste Zeit, ihn zu ehren. Und weil’s irgendwer tun muß, haben Andreas Albrecht, Heiko Werning und ich versucht, möglichst viele Freunde, Weggefährten und Bewunderer Manfreds zusammenzubringen, um für eine Hommage einige seiner Lieder neu aufzunehmen. Es hat eine Weile gedauert, doch in einem Monat erscheint endlich Maurenbrecher für alle, eine Box mit drei CDs mit insgesamt 62 Stücken. Mehr hätte gar nicht raufgepaßt. Continue reading

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