Textildiebstahl an der Amalfiküste

Die Villa Vettica in Toplage bei Amalfi wurde einst bewohnt vom Filmproduzenten Carlo Ponti und seiner 22 Jahre jüngeren Frau Sophia Loren, die er als Teenager »entdeckt« und zum Filmstar geformt hat. 1972 hat Roman Polanski hier seinen Film »Che?« gedreht, den ersten nach der Ermordung Sharon Tates. Der Film hat keinen guten Ruf, trotz des prominent besetzten Casts um Marcello Mastroianni. Zu recht, er ist sexistisch und zeigt reichlich nackte, weibliche Haut.

Allen voran die von Sydne Rome, die im Laufe des Films ihre komplette Garderobe verliert. Weil ich mich für Filme interessiere, die an der Amalfiküste gedreht wurden, habe ich mir die zwei Stunden dennoch angetan. Er ist bei YouTube verfügbar.

Die Story ist hanebüchen, eine die Handlung auslösende Vergewaltigung der von Rome gespielten Protagonistin Nancy ist bald kein Thema mehr. Dafür verliebt sie sich in den sie belästigenden und schließlich, bekleidet mit einem Tigerkostüm, besteigenden alternden Italian Lover und Ex-Zuhälter Alex (Mastroianni).

Zumindest wird ihre anfängliche Blöße bald bedeckt vom Oberteil eines Pyjamas. Dieses gehört dem schwerkranken Hausherrn Noblart (Hugh Griffith), der sie »Piglet« nennt und bittet, ihm ihre Brüste und ihr Geschlecht zu zeigen, nach dessen Anblick er das Zeitliche segnet. Als sie sein Sterbezimmer verlässt, wird sie von Didi Hallervorden (!) verfolgt, der zu der obskuren Hausgesellschaft gehört. Nancy entkommt schließlich, wieder nackt, in einem die Amalfitana entlangkommenden Schweintransporter. Ihre Begründung für die Flucht ruft sie Alex beim Fortfahren zu: Sonst ende der Film ja nie.

Der Film endet auch so schon viel zu spät. Man kann zwar einiges hineininterpretieren, Alice im Wunderland winkt aus dem Kanin-chenloch und auch das nachgeborene Murmeltier lässt grüßen. Neben Rome läuft eine weitere junge Frau mehrmals unbekleidet durchs Bild. Das ist Renate Langer, die vor ein paar Jahren öffentlich gemacht hat, dass Polanski sie vor und während der Dreharbeiten vergewaltigt haben soll.

Nicht nur das macht den Film reichlich unappetitlich. Von der Amalfiküste sieht man leider kaum etwas, lediglich das hier stets präsente Tyrrhenische Meer. Beeindruckend auch die Villa nebst Garten. Die Wände sind übervoll mit Kunst, wohl aus dem Besitz von Carlo Ponti und Sophia Loren. Angeblich wurden die wertvollen Werke jeden Morgen gebracht und nach Drehschluss wieder abgeholt.

Die kulturbeflissene Nancy erkennt sogleich den Schöpfer des Gemäldes über dem ihr zugewiesenen Bett als Francis Bacon. Und tatsächlich zählte etwa ein Dutzend seiner Gemälde zu der Ponti-Loren-Sammlung. Dagegen Fehlanzeige bezüglich des Liegenden Akts von Amedeo Modigliani, das gut sichtbar im Schlafzimmer des Film-Hausherrn hängt. Hier könnte es sich um eine Fälschung gehandelt haben. Vielleicht ist das aber auch ein Stilmittel Polanski. So wird in der vorherigen Szene per Schiff ein gigantisches Gemälde angebracht: »Das Floß der Medusa« von Théodore Géricault, welches im Louvre hängt.

Nancy fragt den Galeristen zurecht, ob das wirklich das Original sei? Sollte das nicht im Museum hängen? Der Galerist weist lieber darauf hin, dass 25 Per-sonen auf dem Bild zu sehen seien und preist den Detailreichtum. Besser als eine Fotografie! Doch der Kauf wird abgewiesen. Der vom Tod gezeichnete Kunstsammler Noblart habe sein Interesse vom Bild aufs Objekt verlagert. Als Entschädigung für den unnötigen Transport bietet Mastroianni dem Galeristen noch ein Stelldichein mit Nancy an, was dieser aber von sich weist: »My yard is full of good fucks.« Stattdessen wird Nancy (deren linkes Bein zwischenzeitlich blau angestrichen, sie also selbst schon halb zu Kunst geworden ist) vor dem Hausherrn das Pyjamaoberteil lüpfen. Man merkt, wie unangenehm ihr das ist. Später hat Rome zu Protokoll gegeben, Polanski hätte sie angeschrieen, weil sie sich anfangs nicht hätte ausziehen wollen: »Bist du Mormone? Was ist mit dir los?«

Der Film lässt einen auch unangenehm berührt zurück. Da hilft nicht einmal der traumhaft schöne Blick aufs Meer und das beständige Zirpen der Zikaden in der Tonspur, das die größtenteils belanglosen bis anzüglichen Dialoge leider nicht überdröhnt. Villa

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Jahresplaylist 2024

Auch für 2024 habe ich wieder im Rahmens des Jahresrückblick der Brauseboys eine Jahresplaylist mit unseren Lieblingsliedern, Hits aus den Charts und Dauerbrennern von in diesem Jahr Verstorbenen erstellt. Sie ist über zehn Stunden lang und lässt sich bei Spotify anhören.

Genauere Angaben zu den einzelnen Songs sind auf dieser Liste (PDF) nachzulesen.

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Auf Nimmerwiedersehen 2024

Das Jahr 2024 nähert sich seinem unaufschiebbaren Ende. Darüber könnte man froh sein, wären die Aussichten auf 2025 nicht so finster.

So oder so gibt es einiges aufzuarbeiten, und das tun wir Brauseboys natürlich auch in diesem Jahr. Derzeit halten wir uns auf Gut Nottbeck in Ostwestfalen auf und proben unser neues Programm. Wir lesen Geschichten übers Leben und das Weltgeschehen, über Katzenfrauen und Hanf, die Berliner Verwaltung und Schienenersatzverkehr, übers Gendern, die RAF, Kinderbuchautoren, über Flaschendeckel, modernes Theater, die Jugend von heute, über Heimat und den Wedding und über noch viel mehr.

Wir singen alle Noten, auch die schrägen, zeigen Videos, spielen Theater und ein Quiz. Außerdem gibt es den finalen vierten Teil unseres Erfolgmusicals Die Ampel.

Am Wochenende wird es zwei Vorlaufführungen geben, die erste am Freitag hier in Nottbeck, Sonnabend sind wir dann in Halle/Westfalen.

Berliner Premiere ist am 20. Dezember in der ufaFabrik, wo wir mit weihnachtlicher Unterbrechung bis zum 30. Dezember spielen. Silvester wechseln wir in den Schlot, wo wir bis zum folgenden Wochenende auftreten.

In der Woche drauf gibt es dazu noch Auftritte in Karlshorst und Lübars.

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Ein Jahr wird gesprengt

Auch in diesem Jahr blicken die Brauseboys zurück auf ein Jahr zwischen pinkem Eskapismus und schwarzem Destruktivismus. In unserer Rückblicksshow Auf Nimmerwiedersehen 2023 geben wir dem vergehenden Jahr noch mal ordentlich einem mit – in Form von Geschichten, Liedern, Filmchen und ungeordnetem Rumgehüpfe (wir nennen es Tanzen). Ergebnis ist eine Revue zwischen Barbenheimer, Wagenkneidel und Prigotin, Ampelkrieg und Löwenschwein.

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Im Fernsehen

Kurz vor Vollendung meines fünften Lebensjahrzehnts habe ich es doch noch geschafft: Ich durfte im Fernsehen über eins meiner Lieblingsthemen sprechen: die Berliner Eckkneipe bzw. erweitert über legendäre Berliner Gasthäuser. Dabei bin ich in illustrer Gesellschaft von Kneipenszenegrößen wie Frank Zander und Ulli Zelle. Heute und morgen linerar im RBB, danach bestimmt irgendwann nachts, aber auf jeden Fall ein Jahr lang in der Mediathek.

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