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goszablumenkastenEs gibt Lieder, die man nie wieder vergißt. Man hört sie vielleicht jahrelang nicht, sie gehören aber trotzdem zum persönlichen Soundtrack und können zu entsprechenden Gelegenheiten abgerufen werden. Einer dieser Songs geistert inzwischen seit fünfzehn Jahren in meinem Musikboxkopf umher, er stammt von der insgesamt wunderbaren CD Beckett & Buddha, eins der schönsten Alben der frühen neunziger Jahre, nur leider kennt kaum jemand die Künstlerin. Barbara Gosza hat nicht nur schöne Lieder geschrieben, sondern singt diese auch großartig mit dunkler und doch klarer, emotionsgeladener Stimme. „Sometimes I like to hate you“, heißt es zu Beginn jenes Liedes, das ich so liebe (und das meine auch wirklich so), „sometimes I like to hate you, how much I long for you, how much away“, und damit ist die Misere schon gut angerissen, die schließlich in dem Kehrreim „Like a heartbeat you belong to me“ gipfelt. Continue reading

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Das Glück eines Liedes

maurenbrecherglueckIn letzter Zeit habe ich viel neue Musik gehört, über die ich gerne noch schreiben möchte. Eine alte Idee aufnehmend, möchte ich aber nicht ganze CDs besprechen, ich bin ja auch kein Plattenrezensent, ich möchte mich in meinen Fragmenten jeweils nur einem Lied widmen, obwohl die Auswahl da manchmal schwerfällt. So auch bei Manfred Maurenbrechers neuem, wirklich tollen Album Glück. Trotzdem habe ich mich für das zweite Stück entschieden. Augen habe ich zum ersten Mal gehört und sofort ins Herz geschlossen, als Manfred es neulich bei der Lesershow Wedding gesungen hat, was ja auch kein Wunder ist, schließlich besitze ich die CD erst seit diesem Abend, aber der Song selbst ist bereits vor einundzwanzig Jahren auf Maurenbrechers Album Schneller leben erschienen. Continue reading

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Midipop is back

konradalbumKonrad Endler hat mir seine neue CD Midipop Revival geschenkt, selbstgebrannt und mit einem liebvoll handbeklierten Cover, aber das macht überhaupt nix, denn es ist die beste CD, die ich seit langem gehört habe, und es ist eine Schande, daß es sie nicht mindestens an jeder Supermarktkasse zu kaufen gibt! Der Sound erinnert ein wenig an die Neue Deutsche Welle, aber mehr Richtung Foyer des Arts, die ja nie wirklich NDW waren. Die Songs sind alle großartig, und wären sie wirklich schon fünfundfünfzig Jahre alt, dann würden sie gewiß auf jeder Achtzigerjahrerevivalparty gespielt werden. Doch im Gegensatz zu den meisten Liedern von damals – ausgenommen denen von Ideal – sind Konrads Texte großartig, poetisch, scharf, liebevoll, lustig und weitsichtig. Continue reading

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„ich bin voll mit deinem Haar“

Mißverstandene Liedtexte werden ja gerne weitererzählt. Also tue ich das hiermit auch. Ich frag mich ja immer, ob es an meinen alterschwachen, durch Mißbrauch arg geschädigten Ohren liegt oder vielleicht doch an der schlechten Aussprache der Singenden. Manchmal mag es auch an der dem Metrum geschuldeten falschen Betonung (Klammerexkurs: Wer das Wort „Melodie“ auf der letzten Silbe betont und es auch noch so singt, als enthalte es zwei „l“, versteht nichts von Sprachmelodie!) liegen oder an der Wortverschleifung, damit ganz viel Aussage in einen Vers paßt. Ich jedenfalls habe seit einiger Zeit über die Refrainzeile „ich bin voll mit deinem Haar“ gerätselt, die in dem durchaus sympathischen Lied Die Stadt von Klee auftaucht. Continue reading

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