Polnisch essen 3: Obwarzanki

Obwarzanki isst man aus der Tüte.
Obwarzanki isst man aus der Tüte.

In der Krakauer Innenstadt steht an jeder Ecke ein kleines blaues Wägelchen, an dem eine in der Regel ältere Verkäuferin oder auch ein Verkäufer Obwarzanki feilbieten. Diese ringförmige Gebäckspezialität zeichnet sich durch seine geflochtene Form aus. Vor dem Backen wurde das Hefeteigprodukt in Salzwasser blanchiert und anschließend mit groben Salz oder irgendwelchen Körnern bestreut. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Polnisch essen 2: Bar mleczny

IMG_5980 (2)In den nur tagsüber geöffneten polnischen Milchbars gibt es vielleicht auch Milch zu trinken, aber die Bezeichnung bezieht sich auf den wichtigsten Bestandteil der dort angebotenen Produkte. Früher rein vegetarisch, ist die Bar mleczny älter als der Sozialismus, zu dessen Zeiten diese Lokale jedoch verstaatlicht und subventioniert wurden.

Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Der Papst und die Nonne

Das Centrum Jana Pawla II. in Łagiewniki
Das Centrum Jana Pawla II. in Łagiewniki

Die Piccolomini-Bibliothek im Dom von Siena ist mit Fresken ausgemalt, die das Leben von Papst Pius II. nacherzählen. Der hat im 15. Jahrhundert gelebt und gilt als bedeutend. Das gleiche kann man von Kirche und Fresken sagen. Heiliggesprochen wurde Pius II. nicht. Das hat ihm ein anderer Papst deutlich voraus, obwohl der 515 Jahre jünger war. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Im Keller Deutschlands

Dienstag war in Krakau wohl der letzte richtige Sommertag. 32°C im Schatten. Doch dort, wo ich Dienstag hingefahren bin, gibt es keinen Schatten, obwohl ein metaphorischer Schatten für immer über diesem Ort liegen wird. Denn Dienstag war ich in Birkenau. Manche müssen bei diesem Ortsnamen kurz nachdenken, nicht so wie bei Auschwitz. Auschwitz ist der Inbegriff des Bösen, aber die Vernichtung fand in Birkenau statt. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Kommunikationsverweigerer aus Tradition

IMG_5610
Der lange Weg in die Einsamkeit

Nicht weit  von da, wo ich derzeit wohne, allerdings hinter den vom Stadtwald Las Wolski bewachsenen Berg, steht das Kloster der Kamaldulenser, einem katholischen Eremitenorden. In weltweit neun Klöstern wohnen etwa 120 Mönche, die nur an fünf Tagen des Jahres miteinander sprechen. Dabei sind sie sehr gastfreundlich. Ihre Tür öffnen sie alle halbe Stunde, auf dass Interessierte ihre riesige Kirche besichtigen können. Frauen dürfen jedoch lediglich an zwölf Tagen hinein. Das würde die Herren ansonsten emotional überfordern. Immerhin ist das mehr als doppelt so oft wie sie reden dürfen. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Das unsichtbare KZ und Schindlers Fabrik

IMG_5464 (2)
Platz der Helden des Ghettos (Plac Bohaterów Getta)

Auf dem großen Platz, an dem der Verkehr mehrspurig vorbeilärmt, stehen 33 überdimensionierte Stühle aus Bronze. Geometrisch angeordnet, sind sie ein beliebtes Fotomotiv fröhlicher Touristen. Dabei stellen sie ein Symbol dar für eine ewige Leerstelle. Denn die Besitzer der originalen Möbelstücke, die hier im März 1943 abgestellt wurden, haben sich nie wieder auf ihnen niederlassen können. Sie wurden in das nahegelegene Arbeitslager und spätere KZ Płaszów verschleppt oder gleich von der SS erschossen. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Die Heilige für aussichtslose Fälle

IMG_5054 (2)
Villa Decius

Nach manch Landverschickung hat man mich diesmal in eine Stadt geholt, vorsichtshalber allerdings eher auf einen Hügel am Rand der Stadt, wo ich jetzt also residiere, nämlich in der Villa Decius bzw. im Haus hinter der Villa Decius. Und die steht in Krakau bzw. am Rand von Krakau, was gut ist, denn so wohne residiere ich im Grünen, bin aber schnellstens in der Innenstadt. Continue reading

Teile diesen Beitrag mit der Welt