Wiederholungstäter, der ich bin, habe ich erneut einen Roman geschrieben. Er erscheint heute in zwei Wochen, heißt Tempelhofer Feld und ist ein Freiluftroman, der ausschließlich auf der titelgebenden Stelle spielt. Aus bestimmten Gründen, die man nur erfährt, wenn man alle drei Romane von mir gelesen hat, ist Tempelhofer Feld der Abschluß einer Berlintrilogie.
Werde ich danach weitere Romane über Berlin schreiben? Mal gucken. Fakt ist: Ich kenne mich in Berlin am besten aus, aber irgendwie haben Bücher, die in dieser Stadt spielen, einen nicht allzu guten Ruf. In Deutschland werden eben lieber Romane gelesen, die in der deutschen Provinz spielen oder in New York.
Aber ich war noch niemals in New York. Und meine Provinz ist und bleibt Berlin.
Näheres über Tempelhofer Feld inklusive einer Leseprobe gibt es auf der Webseite des Verlags.
Und immer schön beim Buchhändler des Vertrauens kaufen, sonst ist der irgendwann nicht mehr da, sondern ein Automatencasino.
Alles
Alles nur geträumt, aber hallo!
Eine Band, vielleicht Level 42 oder die Teens, auf jeden Fall drahtige junge Männer mit kurzen Haaren, geben ein Konzert und machen heftig Alarm. Die Bühne befindet sich in der Mitte einer gut gefüllten Halle. Ein Gast drängt sich durchs Publikum zu ihnen herauf, was ihm mit gelingt. Er ist weder jung, noch schlank, zudem läuft ihm an den Schläfen Schweiß hinab. Der Sänger kündigt ihn euphorisch an: »Ladies and Gentlemen – Mr. Muhammad Ali!« Alles jubelt. Muhammad Ali (ja, genau, der Boxer) reckt einen Arm und schmeißt sich zum Gepolter der Band ins aufjauchzende Publikum. Stage Diving!
Be a Touristenattraktion
Wim Wenders hat mal in einem Interview erzählt, wie er beim Überqueren der Kantstraße hörte, daß der Stadtbilderklärer in einem vorbeifahrenden Touristenbus sagte: »Und rechts überquert Wim Wenders die Straße.« Daraufhin habe er sich gefragt, ob er nun regelmäßig über die Kantstraße müsse – so als Touristenattraktion.
Inzwischen sind wir in Berlin Lebenden generell zu Touristenattraktionen geworden. Man fotografiert uns einfach und ohne uns zu fragen. So wie auch dieser, die deutsche Sprache nicht beherrschende junge Mann. Als ich ihn auf englisch darauf hinwies, daß man Menschen vorher fragen sollte, bevor man sie knipst, hat er geantwortet, höfliche Menschen würde er durchaus fragen. Deswegen habe ich ihn auch nicht gefragt, als ich dann abgedrückt habe. Trotzdem respektiere ich seine Privatsphäre. Aus diesem Grund ist sein Gesicht unkenntlich gemacht.
Ein Segen
Ich bin entzückt! Connie Haag hat mein neues Buch Dichter als Goethe für den ekz.bibliotheksservice gesichtet und gelobt. Das ist nicht Feuilleton, das ist viel besser. Weil hier nicht fürs Regal von Leuten, die was auf sich halten, eingekauft wird, sondern für die Büchereien dieses Landes. Daher erlaube ich mir, komplett zu zitieren:
Thilo Bock ist ein Segen über den Radius der Berliner Lesebühnen hinaus. Jetzt hat er das Motto seiner regelmäßig in der Hauptstadt vor entzücktem Publikum abgehaltenen „Randkulturveranstaltungen“ zum Buchtitel erhoben und 33 Geschichten plus eine lyrische Zugabe publiziert: Weiterlesen
Gelegenheits-Agitprop-Gedicht mit Materialien, die es ooch nich bessa machen.
Nazis in rosa Polohemden
hetzen gegen alle Fremden.
Haben keine Jelder mehr,
Kopf ist kahl, das Hirn so leer. Weiterlesen
reich an Bizarrerien
»Protagonist Karsten Grube ist 20 und will weg aus der Trabantenstadt-Tristesse Berlin-Reinickendorfs. Der Ausbruchsversuch aus dem Alltag macht ihn zum Praktikanten eines Provinzreporters. Ausgebeutet und in die Mutter seiner Freundin verliebt, ist sein Alltag bald reich an Bizarrerien.«
Eine treffende, aber irgendwie ulkige Zusammenfassung des Plots meines Romans Senatsreserve, zu finden im Online-Katalog der öffentlichen Bibliotheken Berlins.
Der Ins-Bild-Latscher

Ich war neulich im Fernsehen. Live im RBB. In meiner Lieblingssendung, der Berliner Abendschau. Großaufnahme meiner Fresse. Berichtet wurde von einer Feier, deren Gast ich sein durfte. Das Literarische Colloquium in Wannsee feierten seinen fünfzigsten Geburtstag, und viele prominente Autoren, die ich teilweise sehr verehre, waren gekommen. Aber wer war im Fernsehen? Icke. Weiterlesen
Anachronismus anno 2013

Poperze

Da stehste so am Straßenrand mit juckender Poperze,
Und schwupps kommt schon ein Bus vorbei und treibt mit Dir noch Scherze.
Gedenken in Schöneberg
Lebt man in Schöneberg, kann man sich Hoffnung machen bezüglich einer Gedenktafel, die auf diesem Leuchttableau hier im Rathaus zu sehen sind. Und da ist noch was frei.
Allerdings, wenn man das Pech von Uwe Johnson hat …
Trotzdem, solange man noch lebt, lohnt es sich gewiß, einen Wohnsitz in Schöneberg zu haben. So kann man sich zumindest sicher sein, niemals nie in die Verlegenheit zu geraten, in diesem Hotel hier absteigen zu müssen:


